Was mir guttut

Sei gut zu dir selbst. Tue dir selbst mal etwas Gutes. Das habe ich schon so oft gehört und ich habe so meinen Schwierigkeiten damit. Ich frage mich nämlich: Was tut mir denn eigentlich wirklich gut? Und zwar nicht in dem Sinne, wie mir ein Sauna-Besuch, eine besondere Süßigkeit, ein Urlaub oder eine Mütze voll Schlaf guttun. Ein paar Antworten habe ich bereits für mich gefunden und möchte diese mit euch teilen, wenngleich auch die Liste weder vollständig, noch sortiert oder in Stein gemeißelt ist.

Für die Seele

Tiefgang

Wir fragen „Wie geht es dir?“ und erwarten eigentlich nur ein „gut“ als Antwort. Menschen halten Smalltalk, allzu oft fehlt die Zeit für tiefergehende Gespräche. Und dabei ist es genau dieser Tiefgang, den ich brauche, den ich mir wünsche und der mir guttut. Jeder Tag ist ein Potpourri an Gefühlen und Geschehnissen. Das Leben ist voller Dinge, über die es sich nicht nur lohnt zu reden, sondern über die manche von uns reden müssen. Damit sie uns nicht so sehr belasten oder weil sie noch schöner werden, wenn wir sie mit-teilen. Lasst uns nicht mit einem „Wie geht’s?“an der Oberfläche dümpeln: Was bewegt dich? Was war das Schönste, was dir heute passiert ist? Ist dir etwas Negatives widerfahren? Wovon hast du geträumt? Das sind Fragen, die ich stellen und hören möchte.

Schreiben

Oft schwirren die Gedanken in meinem Kopf, aber ich kann sie weder ordnen, noch festhalten, noch wegschieben. Es herrscht Chaos in meinem Kopf, ich bin überfordert. In solchen Situationen hilft es, mir alles aus dem Kopf zu schreiben. Mit den niedergeschriebenen Gedanken kann ich mich besser befassen, sie entrinnen mir nicht mehr.

Stille

Manchmal ist es so laut in mir drin, dass ich mich nach nichts mehr sehne, als Stille. Kein Schlafen oder „Betäuben“, sondern eine bewusste Stille. Ein paar Meditationsversuche endeten entweder in der Frustration, dass ich mein Gedankenkarussell einfach nicht zum Stillstand bekomme oder ich schlief ein. Ein einziges Mal konnte ich allerdings kurz diese Stille in mir spüren: bei einer Atembeobachtung. Die Aufmerksamkeit auf den Luftstrom gerichtet, der durch die Nase in mich strömt und durch die Nase wieder hinausfließt, war ich ganz bei mir. Meine Gedanken schwirrten nicht im Gestern oder Morgen herum, ich befand mich nur im Hier und Jetzt und nur bei mir. Diesen Weg werde ich wieder aufnehmen und lernen, mir diese Stille zu gönnen.

Zeit mit mir selbst

Obwohl ich überhaupt kein Einzelgänger bin – eher das genaue Gegenteil – habe ich festgestellt, dass ich Zeit für mich brauche. Zeit, um mich mit mir, meinen Bedürfnissen, meinen Fragen an mich selbst auseinanderzusetzen. Früher hätte ich alles darum gegeben, niemals alleine zu sein. Alleinsein war immer etwas Negatives für mich. Das hat sich grundlegend geändert. Dabei ist es nicht immer einfach. Denn wer sich selbst begegnet, der wird auch den ein oder anderen Abgrund erreichen. Aber wenigstens habe ich so auch die Chance, einen Absturz zu verhindern.

To be continued…

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